Presse- und Video/TV-Beiträge 2017

 

Aus der Ems-Zeitung vom 17. Juni 2017

Kulturpflanzen finden Paten in Papenburg und Dörpen

Theo Lüken und Tomma Willms begutachten den Grünkohl in Befis Naturgarten. Foto: S. Risius-Hartwig

Papenburg/Rhauderfehn. Die Bohne „Padliggers“ aus Norden, die „Updrögd“ aus Vellage und die rosa blühende Buschbohne aus Klostermoor stehen auf einer Liste mit ostfriesischen Kulturpflanzen, die Sortenretterin Tomma Willms im Gepäck hat.

Willms trifft sich heute mit Theo Lüken aus Bockhorst in Befis Naturgarten. Die beiden wollen sehen, wie sich der Grünkohl dort entwickelt. Der Kohl wurde im vergangenen Jahr gesät, steht jetzt mannshoch und blüht gelb. Willms und Lüken begutachten ihn zufrieden. Er wird das gewünschte Saatgut liefern.

In früheren Zeiten wurde der Kohl intensiv genutzt. Die Blätter wurden gekocht als Gemüse, der Strunk lässt sich auskratzen und schmeckt ähnlich wie Kohlrabi und die Blütentriebe können als Sprossenkohl gegessen werden. „Das schmeckt fast wie grüner Spargel“, erzählt Tomma Willms. Übrige Pflanzenteile wurden als Tierfutter verwendet.
 

Viele Varianten und Sorten des Grünkohls


Nicht nur die Nutzungsmöglichkeiten, auch viele Varianten und Sorten des Grünkohls, der Zuckererbse und der Bohne - typischer ostfriesischer Kulturpflanzen – stehen in der Gefahr, für immer verloren zu gehen. Das erkannte Reinhard Lühring, als er 1995 nach seinem Agrarstudium zurück nach Ostfriesland kam, berichtet seine Mitstreiterin Tomma Wilken. Lühring begann, alte ostfriesische Gemüsesorten aufzuspüren und zu erhalten. Wie ein Schatzsucher zog der Ostfriese über Land, lugte über Gartenzäune und sprach die Hobby-Gärtner an, wenn er etwas Interessantes entdeckte. Es waren fast immer alte Leute, wie der Landwirt feststellte. Höchste Zeit also, etwas zu tun.

 

Anfang Juni 2005 fiel die Entscheidung, eine Sammlung alter Kulturpflanzen in Ostfriesland zu starten und im Rahmen des Förderprogramms „Regionen aktiv“ des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zu finanzieren. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich zu melden, wenn sich alte oder besondere Kulturpflanzen in ihrer Betreuung befinden. 30 verschiedene Grünkohlsorten wurden auf diese Weise bewahrt.

Aber „Saatgut muss in die Erde“, verdeutlicht Projektleiterin Tomma Willms. Sinn mache der Erhalt erst, wenn die Bevölkerung diese Vielfalt an Geschmack und Verwendungsmöglichkeit auch wieder entdeckt und zu schätzen weiß. „Grünkohl lässt sich als Pesto, Quiche oder im Smoothy zubereiten“, zählt sie auf. Wichtig sei der Anbau aber auch, damit sich die Pflanze an das Klima anpassen kann und frisches Saatgut generiert werde.
 

 

Paten für alte Sorten gesucht


Darum haben sich Lühring und Willms vor wenigen Monaten erneut an die Öffentlichkeit gewendet, um Erhalter oder Paten zu gewinnen, die bereit sind, die alten Sorten bei sich anzubauen, zu nutzen und einen Teil als Saatgut wieder zurückzugeben. „Auch Gärtner aus Aschendorf, Papenburg und Dörpen sind dabei, erzählt die Ostfriesin, die sich über die Resonanz der Aktion sehr freut. Paten sind außerdem Befis Naturgarten und Naschkes Garten in Papenburg.

Theo Lüken betreut den Anbau in Rhauderfehn. Er sagt: „Saatgut war früher Teil der Aussteuer.“ Und: „Gold des Gärtners“ wurde es auch genannt“, erinnert der Bockhorster lächelnd. Das Verständnis sei heute ein anderes: „Mein Garten heißt Aldi, warum machst du dir so viel Mühe?“, hört der 67-Jährige oft. „Ein Garten besteht ja nicht nur aus Arbeit,“ entgegnet Lüken dann. Außerdem gibt er zu bedenken: „Wenn die Vielfalt der Pflanzen zurückgeht, hat das auch Wechselwirkungen auf die Tierwelt.“

 

Schutz der Artenvielfalt

In Rhauderfehn/Burlage haben Ingo Rieken, Enkel des 2005 verstorbenen Heimatdichters und -malers Bernhard Ficken (Künstername Befi) und Nils Hoogstraat das Gartenprojekt ins Leben gerufen. Auf dem Grundstück des Großvaters wollte Rieken eine kleine Streuobstwiese anlegen. Zusammen mit Theo Lüken aus Bockhorst, dem damaligen Vorsitzenden des NABU Emsland Nord, begannen Rieken und Hoogstraat, die Fläche aus einem Dornröschenschlaf zu wecken. Inzwischen ist aus dem Projekt ein großer NABU Lehr- und Schaugarten geworden. Im Vordergrund steht der Schutz der Artenvielfalt. Kernprojekt ist die Streuobstwiese mit über 60 hochstämmigen Obstbäumen. Ein Lehrpfad mit 14 Stationen schlängelt sich über die Streuobstwiese, entlang des Flusslaufes und durch einen kleinen Wald mit alten Eichen. Auf Infotafeln werden alle wichtigen Elemente des Naturgartens erklärt. Themen des Rundkurses sind unter anderem der Gartenteich, das Insektenhotel, die Eisvogelniststation, der Wald und das Gartenbeet mit alten ostfriesischen Kultursorten. Naturgarten-Führungen mit Theo Lüken: Telefon 04967/645.

Original-Bericht aus dem Ems-Zeitung
EZE_LOK03.pdf
PDF-Dokument [2.5 MB]

Aus dem General-Anzeiger vom 5. 5. 2017

Grünen-Politiker schauten sich Befis Naturgarten an

VEREIN Sieben Mitglieder der niedersächsischen Landtagsfraktion waren zu Gast in Burlage / Viel Lob für das Projekt

Der 1. Vorsitzende des Vereins Befis Naturgarten, Ingo Rieken (links), erklärt, wie ein Insektenhotel funktioniert.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer bezeichnet die Naturoase als vorbildhaft. Für die Zukunft ist auf dem Areal noch einiges geplant.


VON HENRIK ZEIN

 

BURLAGE - Sieben Mitglieder der niedersächsischen Landtagsfraktion haben sich am Donnerstagnachmittag Befis Naturgarten in Burlage angeschaut. Im Rahmen des Formates „Fraktion on Tour“ besuchten Meta Janssen–Kucz, Hans-Joachim Janßen, Volker Bajus, Filiz Polat, Miriam Staudte, Regina Asendorf sowie Landwirtschaftsminister Christian Meyer die rund 10 000 Quadratmeter große Naturoase – und sie waren nach ihrem etwa einstündigen Rundgang begeistert von dem, was dort geschaffen worden ist. Meyer sagte: „Wir von den Grünen unterstützen die Naturgärten in besonderem Maße.“ Auch aufgrund der Tatsache, dass es immer weniger Vögel und Insekten gebe, sei solch ein Projekt vorbildhaft. Meta Janssen-Kucz, die den Wahlkreis Leer/Borkum vertritt und als Schirmherrin von Befis Naturgarten fungiert, betonte: „Es ist eindrucksvoll, was in kurzer Zeit hier geschaffen worden ist.“

 

Bei dem Rundgang über das Gelände sagte Ingo Rieken, 1. Vorsitzender des im Februar dieses Jahres gegründeten Vereins Befis Naturgarten: „Wir wollen hier vor allem Kindern und Jugendlichen die Natur erklären.“ Kernprojekt sei die Streuobstwiese mit mehr als 60 hochstämmigen Obstbäumen. Bei den Sorten handelt es sich vorwiegend um alte norddeutsche Sorten. „Wir wollen aber in Zukunft mit dem Bereich Imkerei und Wildbienen einen zweiten Schwerpunkt setzen“, so Rieken. Hier sei eine Förderung durch die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung möglich.

 

Des Weiteren möchte der Verein die Schautafeln, die an den 14 Stationen des Lehrpfades stehen, vor allem für junge Besucher attraktiver gestalten. Die Besucher aus der Grünen-Fraktion erfreuten sich aber auch am Donnerstag
schon an dem bisherigen, vielfältigen Angebot des Naturgartens – und nahmen das Insektenhotel, eine Handy-Tankstelle oder Befis Bauwagen genau unter die Lupe. Meta Janssen-Kucz sagte zum Abschluss des Ausflugs: „Vielen Dank an die Ehrenamtlichen, die hier tolle Arbeit leisten.“

Meyer (rechts) – machten am Donnerstag einen Rundgang über das Gelände von Befis Naturgarten. BILDER: ZEIN
Original-Bericht aus dem General-Anzeiger
General-Anzeiger_E-Paper-Ausgabe_GA-Gesa[...]
PDF-Dokument [1.4 MB]

Aus dem Sonntags-Report vom 14. Mai 2017

Der idyllische Naturgarten ist am 21. Mai für Besucher geöffnet. Foto: Privat

Viel los in Befis Garten

Burlage (sr) Das Team von Befis Naturgarten lädt am 21. Mai zum privaten Gartentag ein. Alle Freunde und Naturinteressierten sind zu einer Entdecker-Tour eingeladen. Der Nabu Emsland Nord ist mit einer tollen Gartenausstellung zum Thema Natur- und Hausgärten vertreten. Am Imkerstand gibt es verschiedenen Sorten Honig und Met. Wichtiger Hinweis: Es gibt keine Parkmöglichkeiten für Autos am Befi -Weg. Die Anreise mit dem Fahrrad ist ratsam. Gartenadresse: Befi-Weg 1, 26817 Rhauderfehn. Bei Rückfragen: info@befi snaturgarten.de www.befis-naturgarten.de

Original-Bericht aus den Sonntags-Report
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