Presse- und Video/TV-Beiträge 2015

Aus dem Ostfriesland-Magazin  - Ausgabe Juni 2015

In Befis Garten

Ingo Rieken ist so etwas wie der Peter Lustig von Burlage – mit Latzhose, Bauwagen und Erfindergeist widmet sich der Rhauderfehntjer einem Gartenprojekt, das beeindruckt. Auf einem Hektar Land gibt er der Natur, was sie verdient – und hofft auf Nachahmer. Anna Sophie Inden (Text, Fotos) und Martin Stromann (Fotos) haben ihn besucht.

 

Befis Naturgarten im Befi-Weg – eine ungewöhnliche Adresse für einen außergewöhnlichen Ort. „Bernhard Ficken, Heimatdichter, Heimatmaler und Bürgermeister (1924 – 2007)“ steht in kleinen, schwarzen Lettern unter dem Straßennamen – zur Erklärung für Unkundige. Denn wer aus Rhauderfehn kommt, weiß, wer „Befi“ war. Nach Jahren auf See und Kriegsjahren in Gefangenschaft kehrte der gebürtige Bockhorster in die Heimat zurück und arbeitete im Torfabbau. In seiner Freizeit entstanden mehr als 300 Bilder, meist mit heimatlichen Motiven. Ein Roman, Gedichtbände, Geschichten über Land und Leute und einige Chroniken stammen aus seiner Feder, seine plattdeutsche Wochenrückschau „Telegramm aus Burlage“erschien über Jahrzehnte im General-Anzeiger. Er war Ratsherr, Ortsbürgermeister, engagiert in Sport- und Heimatvereinen – zum Beispiel beim Wiederaufbau der Burlager Windmühle. Kurzum: „Befi“ war einer von hier – und dass man ihm nach seinem Tod 2008 eine Straße widmete, bedarf wohl keiner weiteren Worte.

 

„Vor etwa 30 Jahren hat mein Großvater dieses Stück Land gekauft“, sagt Ingo Rieken. Einen halben Hektar Natur am Burlager Tief, eine verwilderte Wiese und darauf ein kleines Häuschen, das als Ferienwohnung entweder selbst genutzt oder vermietet wurde. Rieken, der „Befi-Enkel“, wie er oft genannt wird, hat das Grundstück im Jahr 2010 übernommen. Und daraus einem Ort gemacht, den man mit Recht idyllisch nennen kann. Aus dem halben Hektar ist im Laufe der Jahre übrigens ein ganzer geworden: Zusammen mit Grundstücksnachbar Theo Lüken hat Rieken das angrenzende Land dazugepachtet – ein grünes Stück Ostfriesland, das ob seiner Artenvielfalt Lehr- und Schaugarten des Naturschutzbundes (NABU) Emsland Nord ist. Ein privater Garten also, der auf Anfrage besichtigt werden kann – zum Beispiel von Schulklassen. Auch ist Riekens Areal ein Ort, an dem Wissenschaftler Arten registrieren und Ornithologen Singvögel beringen. „Ein Naturgarten ist auf den ersten Blick zu erkennen und verrät, wie jeder Garten, die Einstellung seines Besitzers. Naturgärtner gestalten ihren Garten, doch beherrschen ihn nicht“ – diese Weisheit steht auf dem großen, grünen Schild am Grundstückseingang. „Es sind nicht meine eigenen Worte, aber besser kann ich es auch nicht ausdrücken“, sagt Ingo Rieken und lächelt. Eben jene Mischung aus wild und gezähmt, aus Staudenbeeten und Wildblumen, aus gemähtem Rasen und wuchernden Pflanzen ist das Besondere an seinem Garten. Mit Latzhose, Kapuzenpulli und Mütze erinnert er ein bisschen an „Löwenzahn“Moderator Peter Lustig – was beide gemeinsam haben, ist Liebe zur Natur und Erfindergeist. Beides wird offenkundig, wenn man mit Ingo Rieken durch seinen Garten spaziert. Da ist zum Beispiel die Solar-Ladestation für Handys. Auf dem Dach des kleinen Holzschuppens sind Solarzellen angebracht und hinter einer hölzernen Klappe neben der Tür befinden sich Akku-Ladestecker für jedes erdenkliche Handymodell. Auch der bunte Bauwagen ist mit Solarzellen und einer kleinen Windanlage auf dem Dach ausgestattet. „Wir produzieren hier eine ganze Menge Strom – jeder Gartenbesucher kann während des Rundgangs sein Telefon laden und im Bauwagen haben wir 230 Volt zur Verfügung“, erklärt Rieken. Für die technische Umsetzung dieser „Spezialeffekte“ in Befis Garten ist Nils Hoog-
straat zuständig – der Dritte im Team des NaturgartenProjektes. „Für mich allein wäre das nicht zu schaffen“, sagt Rieken. Zumal er als Mediengestalter voll im Berufsleben steht. „Ich komme oft freitags nach Feierabend hierher und fahre Montagmorgen direkt wieder ins Büro.“ Das urige weiße Häuschen ist überraschend modern eingerichtet – und dient dann und wann als Wochenenddomizil. Vom Küchenfenster aus blickt man auf „Niedersachsens zweitschönste Streuobstwiese“ – eine Auszeichnung, die Befis Naturgarten 2014 bei einem landesweiten Wettbewerb vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bekam. „Im April 2011 haben wir auf der Wiese, die vorher brach lag, 14 Obstbäume gepflanzt, heute sind es 68.“ Hauptsächlich Apfelbäume, ein paar Birnen und Pflaumen – und über wiegend norddeutsche Sorten. „Wir möchten die alten ostfriesischen Sorten bewahren“, sagt Ingo Rieken. Unterstützt werden die HobbyGärtner dabei vom Verein „Appelhoff“ aus Rhauderfehn. Noch sind die Bäume klein und zart, bei einigen dauert es Jahre, bis sie das erste Mal tragen. Die Wiese ist angelegt für die nächste Generation – solange wird es dauern, bis alle Bäume groß sind. „Das hier soll ein Spiegelbild der heimischen Flora und Fauna sein“, sagt der Gartenbesitzer. Und hofft dabei auf Nachahmer: „Wir möchten die Leute, vor allem aber Kinder wieder für die heimische Natur begeistern.“ Und weil immer mehr Leute zu Besuch kamen und vor allem die Kinder begeistert waren, gibt es in Befis Garten einen beschilderten Rundgang mit 14? Stationen, an denen man etwas über jene Pflanzen, Insekten und Tiere erfahren kann, die hier zuhause sind. Kleine InfoTafeln gibt es auch an den vielen Nistkästen, bei denen man durch eine gläserne Rückwand den Vögeln beim Brüten zuschauen kann – sofern welche zum Brüten kommen. Ingo Rieken zumindest tut sein Bestes, um ihnen in seinem Garten ein geeignetes Umfeld zu schaffen. „Etwa 20 bis 25 Vogelarten kann man hier beobachten“, sagt er und deutet sogleich auf einen vorbeifliegenden Buntspecht. Noch bis vor zehn Jahren war auch der Steinkauz hier heimisch – mit speziellen Steinkauzröhren, in denen die Vögel sich bevorzugt niederlassen, versucht er sie nun wieder herzulocken. Ein seltener Gast in ostfriesischen Gärten ist der Eisvogel – in Befis Garten wurde er mehrmals gesichtet. „Die sehen aus wie bunte, fliegende Edelsteine“, lacht Rieken. Und hofft, dass auch dieser Vogel sich hier zum Brüten niederlässt – für geeignete Standortfaktoren ist natürlich gesorgt! Der Rundgang führt vorbei an Insektenhotels, Obstbäumen und Gemüsebeeten, an Nistkästen und Zierpflanzen. Das Gesamtbild: Malerisch! Namensgeber Befi hätte es schöner nicht auf die Leinwand bringen können.

 

INFO

Befis NaturGarten Befi-Weg 1

26817 Rhauderfehn

Tel.: 0 49 67/93 88 99 7

info@befis-naturgarten.de

www.befis-naturgarten.de
Führungen sind auf Anfrage möglich!

Original-Bericht aus dem Ostfriesland-Magazin
29_Rhauderfehn_Befi.pdf
PDF-Dokument [569.2 KB]

Aus dem General-Anzeiger vom 3. Januar 2015

Nabu will’s wissen: Wer piept hier noch imWinter?

Vogelfreunde lauern jetzt wieder mit Block und Stift im Garten. Auch die Daten aus demOberledingerland sind gefragt. ZumBeobachten sucht man sich ambesten ein ruhiges Plätzchen.

Ingo Rieken von Befis Naturgarten in Burlage und Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Emsland Nord verrät im Interview, was es mit der Zählung auf sich hat.

 

VON MARION JANßEN

 

GENERAL-ANZEIGER: Der Nabu ruft zur „Stunde der Wintervögel" auf – was ist das?

INGO RIEKEN: Im Mittelpunkt der Aktion stehen die uns vertrauten und oft weit verbreiteten Vogelarten. Wo kommen sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden? Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser kann sich der Nabu für den Schutz der Vögel stark machen. Die Freude an der Naturbeobachtung steht bei der „Stunde der Wintervögel" ganz klar im Vordergrund.

 

GA: Kann da jeder mitmachen?

RIEKEN: Jeder, der Interesse an unserer heimischen Vogelwelt hat, ist herzlich eingeladen, an unserer Aktion teilzunehmen.

 

GA: Wie gehe ich denn am besten vor beim Zählen?

RIEKEN: Von einem ruhigen Plätzchen aus werden eine Stunde lang die Vögel an einer ausgewählten Stelle beobachtet. Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl notiert, die man gleichzeitig an dieser Stelle sieht. Eine besondere Qualifikation außer dem Interesse an der Vogelwelt ist nicht erforderlich. Auf der Internetseite des Nabu gibt es Zählhilfen und Abbildungen der hier lebenden Wintervögel. Die Unterlagen kann man sich auch zuschicken lassen.

 

GA: Welche Vögel werden einem hier im Oberledingerland wahrscheinlich begegnen?

RIEKEN: Die Vögel, die man hier am meisten antreffen wird, sind zum Beispiel Kohlmeisen und Blaumeisen, Amseln, Buch- und Grünfinken, Kleiber, Buntspechte, Rotkehlchen und Sperlinge. Wer in der Nähe von kleinen Gräben und Flüssen wohnt, kann sich oft auch über den Besuch von Teichhühnern freuen.

 

GA: Gibt es auch seltene Vögel, über deren Beobachtung sich der Vogelzähler besonders freuen würde?

RIEKEN: Größere Überraschungen gibt es eher bei den Zählungen im Frühjahr, dann, wenn die Zugvögel zurück sind. Dann ist es schon ein Highlight, den seltenen Trauerschnäpper oder den Gartenrotschwanz – nicht mit dem Hausrotschwanz verwechseln – zu beobachten. Aber auch im Winter kann man zum Beispiel mal das Wintergoldhähnchen antreffen – den kleinsten Vogel Europas.

 

GA: Wenn ich „meine" Wintervögel gezählt habe, was mache ich mit dem Ergebnis?

RIEKEN: Die Daten kann man uns auf verschiedensten Wegen übermitteln. Zum einen kann man Ergebnisse auf der Internetseite des Nabu – www.nabu.de – direkt eingeben. Hierfür gibt es ein spezielles Online-Meldeformular. Die Beobachtungen fließen dann direkt in die Auswertung ein. Aber auch der Postweg und eine telefonische Angabe sind möglich.

 

GA: Wofür ist es überhaupt wichtig, zu wissen, welche Vögel wo vorkommen?

RIEKEN: Ziel der Aktion ist es, ein sowohl deutschlandweites als auch regional möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Dabei geht es nicht um exakte Bestandszahlen aller Vögel, sondern vielmehr darum, Häufigkeiten und Trends von Populationen zu ermitteln. Damit dies repräsentativ ist, sollen die Populationsdaten über mehrere Jahre verglichen werden. So werden neue Kenntnisse zur Entwicklung einzelner Vogelarten sowie zu regionalen Unterschieden gewonnen.

 

Mitmachen!

Wer mitzählen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Im Internet findet man ein Online-Meldeformular unter: www.nabu.de/aktionenundprojekte/stundederwintervoegel. Im Internet gibt es auch einen Flyer zum Ausdrucken, den man ausfüllen und schicken kann an: Nabu, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin. Außerdem kann man seine Zählungsergebnisse telefonisch durchgeben: Unter der kostenlosen die Daten am 10. Und 11. Januar von 10 bis 18 Uhr direkt entgegen genommen. Meldeschluss ist der 19. Januar.

Original-Bericht aus dem General-Anzeiger
General-Anzeiger_E-Paper-Ausgabe_GA-Gesa[...]
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